Orbis Incognita
Orbis Incognita - Das Rollenspiel
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6. Tag

Endlich haben wir unser Ziel erreicht. So eine Fahrt mit der Postkutsche ist anstrengender als eine ordentliche Rauferei! Dafür wurden wir im Jagdhotel auch mehr als angemessen mit einem leckeren Begrüßungswein empfangen (Baldowan leerte alleine mehrere Tabletts...) und erwarten jetzt eine erholsame, entspannte Woche mit interessantem Programm und hoffentlich ohne ernste Scherereien!
Nach dem Empfang durch den etwas hochnäsigen Hausdiener lernten wir beim Abendessen (übrigens äußerst schmackhaft!) die übrigen Gäste des Hauses kennen. Drei der Gäste waren passionierte Jäger, darunter waren neben einem alten Haudegen vom Militär – Oberst a.D. - ein kleiner soldalischer Möchtegern-Gigolo und ein arroganter bourbonischer Fechtmeister. Die übrigen Gäste waren Städter: Die Familie Minderjahn, bestehend aus dem versoffenen Vater (Baldowan war ihm sofort sehr symphatisch), der üppigen, um nicht zu sagen überreifen Mutter (Fernando der Gigolo war ihr sofort symphatisch, ebenso alle anderen Männer wie etwa unser schüchterner Bendix...) und der 14jährigen Tochter. Komplettiert wurde die Gesellschaft durch den jungen strebsamen Schnösel Lothar aus Nevongard und seine äußerst attraktive junge Frau (sehr, sehr, lecker!!!), die nicht lange zögerte, mir eindeutig zweideutige Angebote zu machen, während sie ihrem Gatten die kalte Schulter zeigte.
Mit dieser Runde steht uns eine abwechslungsreiche Woche bevor, einzig Paladin Andrej fehlt – er wurde von einem Eilboten des Ordens zu einer Geheimmission abberufen.

7. Tag

Heute begann der Tag ausgesprochen angenehm mit einem leckeren Frühstück, das uns tatsächlich ans Bett serviert wurde. Danach stand dann die Entenjagd auf dem Programm, die im Schilfgürtel des nahegelegenen Sees stattfand. Highlight war – abgesehen von meinen ungewöhnlich zittrigen Fingern – die Entdeckung des Schießtalents der Tochter Minderjahn. Unterstütz von Sirion holte sie zunächst einige Enten vom Himmel, bevor sie dann versehentlich in jugendlichem Überschwang das Boot der passionierten Jäger mit einer Ladung Schrot aus ihrer Arkebuse belegte und dabei – zu unserer nicht geringen Erheiterung – dem bourbonischen Fechtmeister Emmanuelle mit einem Kügelchen die zarte Haut ritzte. Der verstand aber wenig Spaß und warf Sirion vor, er habe nicht genug auf die Kleine aufgepasst. Übrigens – Sirion mag keine Bourbonen. Sein Lieblingsspruch vor dem Einschlafen ist: „Alle Bourbonen stinken!“ So verwundert es nicht, dass die beiden schnellstens eine muntere, fröhliche Prügelei begannen, die zwar ohne schlimmere Blessuren endete – aber dafür eine tiefe gegenseitige Aversion begründete.

Abends versammelte sich die ganze Gesellschaft zum Essen. Ich sollte besser bei der Wahrheit bleiben: Man traf sich zu einer Orgie, die meine wildesten Vorstellungen bei weitem übertraf, obwohl meine Vorstellungen gemeinhin als ziemlich obszön gelten... Es begann mit einer 7-Gängigen Völlerei, zu der schon kräftig gebechert wurde. Ich bemühte mich zwar, sparsam zu trinken, wurde aber mit späterer Stunde genauso betrunken wie alle anderen. Die Orgie im Einzelnen zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen – vielleicht werde ich in meinen Memoiren darauf zurückkommen. Bleibende Erinnerungen sind sicher die ersten Alkoholerfahrungen der Tochter Minderjahn, Fernandos Stelldichein mit Frau Minderjahn (hinter dem Klavier) und meine Liaison mit der Gattin des jungen Schnösels.

Vom Alkohol beseelt gab ich ihren Verlockungen nach, weil ich gar nicht anders konnte. Das ausgekochte Luder kann Kirschen in einer Art und Weise Essen, die selbst Baldowan das Blut gefrieren lassen würde – ihr könnt Euch vorstellen, was mit mir passiert ist. Ich bat Baldowan um Hilfe und er hielt mir den Gatten der jungen Schönheit vom Hals, während ich ihr eiskalten Champagner auf das Zimmer servierte – oder vielmehr servieren wollte. Bevor ich ihr romantisch geschmücktes Zimmer vollends Betreten konnte, kicherte sie auffordernd und schloß die Tür von innen ab. Nun – ich mag Spielchen... Nachdem ich vergeblich versucht hatte, die Fassade des Hotels zu erklettern, half mir Baldowan mit einem seiner Levitationszauber und ließ mich vor ihr Fenster schweben. Dem Erfolg so nah und doch so fern! Erneut hörte ich lediglich ihr lockendes kichern, so dass ich mich zunächst mit dem Stilett und dann mit purer Gewalt an ihren Fensterläden zu schaffen machte. Als ich die schweren Teile endlich aufbekam, gelang es mir zwar noch, meinen Schampus auf die Fensterbank zu stellen (Er verschwand blitzschnell im Inneren), fiel dann aber alkoholbeseelt nach hinten über. Während ich innerlich schon begann, die Knochen zu nummerieren und mein Testament zu überprüfen, rettete mich Baldowans Geistesgegenwart – er konnte meinen Fall mit einem erneuten Zauber bremsen! Ich bin ihm wirklich zu Dank verpflichtet! Frustriert von soviel Mißerfolg bei der Hasenjagd machte ich mich auf den Weg ins Bett – allein...

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