Orbis Incognita
Orbis Incognita - Das Rollenspiel
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Heulen im Wald

Auszug aus dem Tagebuch von Rainald, dem Straßenkämpfer

von Lennart Hintz

Nach dem letzten Auftrag, den wir vom Kaufmannssohn Rudolph Blaudorn erhalten hatten, haben wir uns erstmal für sechs lange Wochen der Entspannung hingegeben und uns in Nevongard ausgiebigst amüsiert. Nebenbei habe ich mir einen Lehrmeister gesucht, um mir gewisse Kenntnisse in albionisch und soldalisch anzueignen – wer weiss, wozu das mal gut sein wird!

Bei einem ausgedehnten Streifzug über den Nachtmarkt habe ich in einer kleinen, finsteren Gasse einen Reliquienhändler gefunden, der höchst interessante magische Objekte anbot. Mir hatte es besonders ein Paar Stiefel angetan – der verschrobene Händler pries sie als „Stiefel der Stille“ an. Allerdings verschlug es mir den Atem, als er mir den Preis nannte: 46 Gulden!!! Ich kaufte die Stiefel trotzdem, und jetzt kann ich meine Schritte bis zu vier Mal am Tag magisch für eine Stunde dämpfen, indem ich das Wort „Stille“ ausspreche.

Mittlerweile genießen wir in Nevongard einen ganz guten Leumund, so dass ich nebenbei einige kürzere Aufträge als Leibwächter und Ermittler erledigen konnte, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Vor Kurzem erreichte uns die Einladung von Rudolph Blaudorn, an seiner Hochzeit teilzunehmen. Diese Hochzeit war in Nevongard wohl DAS gesellschaftliche Ereignis des Jahres und für seine junge soldalische Braut scheute Blaudorn junior keine Ausgabe. Nach der Trauungszeremonie gab es ein bombastisches Essen, eigentlich mehr ein Gelage, bei dem die erlesensten Speisen serviert wurden. Dank der Hilfe, die wir Rudolph Blaudorn geleistet hatten, bekamen wir richtig gute Plätze und saßen mitten zwischen den wichtigsten Persönlichkeiten Nevongards. Hätte ich Visitenkarten besessen, ich hätte sie reihenweise um mich geworfen und meine Zukunft als Leibwächter und Ermittler wäre auf Jahrzehnte gesichert gewesen.... Natürlich hatte ich Pechvogel keine Visitenkarten dabei...

Nach dem Essen folgte dann ein sehr spaßiges Turnier zu Wasser, an dem wir natürlich alle teilnahmen. In den verschiedensten Sportarten ging es vor Allem um die Ehre und um die Unterhaltung: Jedenfalls haben die Gäste und Zuschauer an diesem Nachmittag zahllose Streiter unter großem Gelächter in den Gomd fallen sehen.

Beim Bootsrennen hätten Baldowan und Sirion fast den 1. Platz erreicht, leider ging Sirion kurz vor dem Ziel noch über Bord, so dass sie am Ende zweite wurden. Spassig war das Lanzenstechen am Ende des Turnieres: Je ein Ruderer und ein „Ritter“ kämpften gegeneinander, so lange, bis einer der „Ritter“ ins Wasser ging. Man, da gings hoch her! Zusammen mit unserem Paladin Andrej, der seine Künste mit der Lanze voll ausspielen konnte, gewann ich zu meiner Überraschung das Turnier – unseren Siegerpreis, eine hübsche silberne Kette, schenkten wir aber Sirion, der im Laufe des Turniers mit seinen Schwimmeinlagen für große Erheiterung gesorgt hatte.

Nach dem wiederum äußerst üppigen Abendmahl nahm Rudolph Blaudorn uns zur Seite und lud uns ein, ihn und seine Braut auf die Hochzeitsreise zu begleiten – als Dank für unsere Dienste, aber auch, um im Falle eines Falles als Leibwächter zur Stelle zu sein. Selbstverständlich nahmen wir an, schließlich bekommt man nur selten einen 7-tägigen Luxusjagdurlaub geschenkt. Nach diesem großzügigen Angebot war ich froh, dass wir uns nach einigem Hin und Her dazu durchgerungen hatten, dem jungen Paar ein teures, geschmackvolles Geschenk zu machen. Der „Fächer des Wetterumschwungs“ ist eine Reliquie, mit der man immerhin zwei Mal am Tag das Wetter für eine Stunde leicht verbessern kann.

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